2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Und wenn wir ein Gefühl dafür haben, was im Menschen, ich möchte sagen an innerer plastischer Kraft tätig ist, auch wenn er schon geboren ist — man braucht nur hinzuschauen mit der nötigen Andacht und mit dem nötigen Ernst und Unbefangenheit auf das sich entwickelnde Kind, wie es von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Jahr zu Jahr, immer, wie seine Bewegungen immer mehr artikuliert werden, wie das Wunderbare geschieht, es ist etwas Wunderbares für den, der es unbefangen betrachtet —, dass die Sprache sich ausbildet. Wenn man das Arbeiten eines Unbekannten zunächst — aber wie aus plastisch-ziselierendem Prinzipe — an dem Kinde zunächst sieht, [forscht man] weiter nach. Und dasjenige, was da im Menschen von innen heraus arbeitet, was schon gearbeitet hat, bevor er geboren beziehungsweise konzipiert worden ist, was aus der geistigen Welt heraus sein physisches Dasein gestaltet, das ist es, was nun ebenso in unsere Seele hereinschießt wie in späteren Jahren eine Erinnerung an Erlebnisse, die [wir] durchgemacht haben.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p030 · edition original