2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Man schaut eben Dinge mit diesem inneren Bewusstsein, mit dem man sonst eben nur in sein physisches Leben durch die Erinnerungsfähigkeit hineinschaut. So wie vor der Seele auftreten die Bilder des Mathematischen, die aber kein Sein haben, so treten —- indem die Seele aus ihrem Inneren heraus arbeitet und damit nichts Leeres, Phantastisches herausarbeitet, sondern solches, an dem sie erkennt die Realität, wenn das Bild da ist, indem die Seele das aus sich herausarbeitet und die Realität so, wie in der gewöhnlichen Erinnerung, erkennt, wo sie auch weiß, du bildest dir nichts ein, es ist in diesem Bilde irgendetwas, was mit der Realität zusammenhängt —, so weiß man, dass durch dieses fortgebildete Erinnerungsvermögen man auch Bilder in der Seele hat, welche mit Realitäten zusammenhängen, welche genau so innerlich seelisch aufgebaut sind, wie die Bilder, sagen wir, der Geometrie auftreten, denen aber, wie gesagt, das Sein fehlt, während man jetzt untertaucht in ein inneres, seelisches Erleben, das aber durchaus durch seine eigene Wesenheit anzeigt, wie es mit dem Sein, und zwar mit dem geistigen Sein, aus dem der Mensch ebenso herausgeboren ist wie aus dem physischen Sein, wie es mit dem geistigen Sein zusammenhängt. Es handelt sich wahrhaftig nicht um eine Phantasterei, sondern darum, durch dieselben Anstrengungen, wodurch man allmählich dazu kommt, die mathematischen Gebilde in ihren geheimen Verhältnissen zu durchschauen durch Anstrengungen — die aber viel weiter gehen —, solche inneren Fähigkeiten [zu] entwickeln, die aber gewissermaßen [ein] Weltentableau geben, innerlich konstruiertes Weltentableau geben, das Welterkenntnis liefert.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p032 · edition original