2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p037 ·1921-01-28 · original (original)
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Geradeso wenig denkt das Gehirn, wie man sagen kann — ich will mich durch einen Vergleich ausdrücken: Jemand geht über eine aufgeweichte Straße oder ein Wagen fährt über eine aufgeweichte Straße, da werden die Tritte oder die Räderspuren sichtbar, die man eintritt oder einfährt in den Boden. Nun kommt irgendjemand und sagt: Da sind allerlei Formen in dem Boden drinnen, da muss ich annehmen, dass unten, unter dem Boden, Kräfte sind, die so wirken, dass da sich Formen, Tritte gestalten. Wer diese Kräfte im Boden drinnen sucht, der sucht natürlich vergeblich. Er muss voraussetzen, dass da etwas ganz anderes, was mit dem Boden nichts zu tun hat, als dass höchstens der Boden da sein muss, weil man sonst in den Abgrund hineinsinken würde. Der Boden muss ja da sein, aber er ist nur der Untergrund. Aber dasjenige, was da die Formen in dem Boden veranlasst hat, das ist etwas, was mit dem Boden nichts zu tun hat. Ebenso hat Denken und Vorstellen mit dem Gehirn nichts anderes zu tun, als dass das Gehirn den physischen Untergrund abgibt, auf dem sich das Geistig-Seelische — das man nun in der Tat schaut mit Geisteswissenschaft - entwickelt, indem es seine Eindrücke macht. Kein Wunder, wenn jetzt der Physiologe, der Anatom kommt und sagt: Ja, man schaut alles dasjenige, was sich in der Seele abspielt, auch im Gehirn. - Man sieht es, aber die Seele, die macht es erst, die Seele drückt sich da ab. Und sie braucht das Gehirn zu nichts anderem, als dass sie gewissermaßen einen Widerstand hat, so wie ich den Boden brauche, wenn ich über die Straße gehe. Das ist durch einen Vergleich ausgedrückt.

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