{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1921-01-28/p046","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, was da auf diese Weise im Menschen als bestimmte Fähigkeiten sich ausbildet, hineinzuschauen in die geistige Welt, das kann nun in jeder einzelnen Wissenschaft angewendet werden. Man verachtet durchaus nicht das, was im Laboratorium, was auf dem Observatorium und so weiter geschieht oder in der Klinik. Aber man lernt es nunmehr so anschauen, dass man jede Einzelheit nun zugleich mit demjenigen betrachten kann, was sich als Geistiges offenbart. Und man phantasiert nicht, wie es etwa die deutschen Naturphilosophen gemacht haben, sondern man forscht ebenso objektiv, wie man mit den Augen objektiv forscht, wie man mit dem äußeren Verstande objektiv kombiniert — wobei man allerdings schon irren kann. Aber im innerlichen Schauen treten einem einfach diejenigen Dinge vor das Seelenauge, die sonst durchaus nicht [vor] einem erscheinen können, ebenso wenig wie dasjenige, was in dem Goethe’schen Lyrikband steht, vor der Seele des fünfjährigen Kindes erscheinen kann. Und so gelangt man in allen einzelnen Wissenschaften gerade zu demjenigen, was diesen einzelnen Wissenschaften heute gerade fehlt. Das ist durchaus nicht irgendetwas, das nur in abstrakten Allgemeinheiten etwa gesprochen zu werden braucht. Man kann eben in diejenige Wissenschaft Licht hineinbringen auf diese Weise, die [in] dem menschlichen Leben am [allernächsten] liegt, in die medizinische Wissenschaft zum Beispiel. Und wir sind jetzt durchaus daran, an einzelnen Orten solche Anstalten zu errichten, welche die Therapiewissenschaft behandeln im geisteswissenschaftlichen Sinne. Es handelt sich uns in erster Linie tatsächlich um eine Vertiefung des wissenschaftlichen Lebens. Das ist dasjenige, um was es sich auch in Dornach handelt, nicht um irgendeiner Religion in ihre Sphäre hineinzupfuschen, nicht darum handelt es sich, irgendetwas Sektiererisches zu treiben, sondern ernsthafte Wissenschaft zu treiben, so wie sich diese Wissenschaft treiben lässt mit vertieften Erkenntniskräften, die ebenso vertieft sind, wie ich es angeführt habe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut","site_heading":null,"date":"1921-01-28","location":null,"word_count":294,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p046","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p046"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1921-01-28/p046","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}