2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Aber es wird notwendig sein, dass man nicht voraussetzen will, etwas Bekanntes zu finden, sondern sich darauf einzulassen, jenes Unbekannte zu finden, wie es Amerika zwischen Europa und Indien damals gewesen ist, jenes Unbekannte, das der Geist findet als sein eigenes Wesen, wenn er sich auf sich selber besinnt. Wir wenden den Geist an in den einzelnen Wissenschaften. Das muss auch derjenige tun, der Materialist ist. Der Geistesforscher sucht nur sich zu besinnen. Er wendet den Geist an, sucht darauf zu kommen, was dieser Geist ist, und lernt tatsächlich kennen, dass dieser Geist nicht mit den Aufbauprozessen zusammenhängt - womit er zusammenhängen müsste, wenn die materialistische Anschauung richtig wäre —, sondern dass der Geist mit den Abbauprozessen zusammenhängt, dass der Geist gerade das als Tatsache darstellt, was dem Materieprozesse schnurstracks zuwiderläuft, sie abträgt, untergräbt. Das sind die bedeutsamen Erlebnisse, die zum Beispiel in der Geisteswissenschaft gemacht werden.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p051 · edition original