2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
So ist es mit der Geisteswissenschaft. Die andere Wissenschaft wirkt im Grunde genommen auf den menschlichen Kopf, nur so, dass der Mensch dasjenige ausgestalten kann, was Intelligenz ist. Jetzt schon hört man von vielen Leuten, gerade aus dem Erziehungswesen der Gegenwart heraus, dass eigentlich dasjenige, was sich aus dem neueren Wissenschaftsleben als Schulbildung auch herausgebildet hat, zu sehr den Intellekt bloß ausbilde und nicht das Gemüt. Es will nicht den Willen, nicht den ganzen Menschen ergreifen. Man braucht aber, damit das der Fall ist, nicht bloß zu deklamieren darüber, dass das so sein soll, dass das Gemüt wieder gebildet werden soll. Sondern man braucht ebenso, wie die neuere Zeit schließlich die äußere Wissenschaft ausgebildet hat, eine geistige Wissenschaft, die nicht bloß zum Intellekt spricht, sondern die den ganzen Menschen ergreifen könnte.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p052 · edition original