2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Ich habe oftmals es ausgesprochen, es soll nur ein Vergleich sein, es soll nichts über die Bewohner irgendwelcher anderer Welten damit gesagt werden. Wenn irgendein Bewohner vom Mars herunterstiege, er würde vieles von unserer Welt sehen — es ist meine innerste Überzeugung, die ich mir gerade durch Geisteswissenschaft erworben habe —, vieles, was ihm unverständlich wäre. Wenn er aber sehen würde dasjenige, was uns als das Bild von Leonardo «Das Abendmahl» erhalten ist — den Christus unter seinen Aposteln —, wenn er nur dasjenige sieht, was da ist — er braucht nichts anderes, als dieses Bild zu haben —, dann sagt er sich: Ich bin auf einen fremden Plan gekommen. Dasjenige, was dargestellt wird durch dieses Bild, das weist auf diejenigen Taten innerhalb des Erdenlebens hin, die keine bloß irdischen Tatsachen sind, sondern eine Tatsache der ganzen Welt ist, und ohne welche das ganze Leben auf der Erde keinen Sinn hätte; der Sinn der Erde liegt in dieser Tatsache. Das lernt man immer mehr und mehr erkennen, gerade indem man sich geisteswissenschaftlich in das Christentum und in die Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha vertieft.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p067 · edition original