2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Wahrhaftig, man muss eine zu geringe Meinung vom Christentum haben, wenn man soll glauben können, dass das Christentum in irgendeiner Weise gefährdet werden könne durch eine neue Entdeckung. Wahrhaft — wenn es auch nicht in der Bibel steht —, sowenig das Christentum gefährdet worden ist dadurch, dass man Amerika entdeckt hat, ebenso wenig kann durch irgendwelche physische oder durch irgendeine geistige Wahrheit, und sei es die galileische, seien es die wiederholten Erdenleben, über die ich heute nicht gesprochen habe, die Sie aber aus der Literatur verfolgen können als im geraden Wege liegend von demjenigen ausgehend, was ich heute gesprochen habe, ebenso wenig kann man das Christentum irgendwie gefährden, wenn das Christentum eben bestehen bleibt in seiner inneren Wahrheit, und mögen auch noch Millionen und Abermillionen physische oder geistige Erkenntnisse noch durch die Welt gehen. Im Gegenteil, durch alle diese Erkenntnisse wird die christliche Wahrheit vertieft und genauer erkannt, und gründlicher an die Menschenseelen herangeführt, wenn diese Wahrheiten wirklich aus dem Geiste der Wahrheit selbst hervorgeholt werden.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p068 · edition original