2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p070 ·1921-01-28 · original (original)
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Das alles brächte einen vielleicht doch dazu, darauf hinzuweisen, dass dieses Goetheanum und diese Geisteswissenschaft nichts irgendwie bloß Phantastisches ist, das aus einer menschlichen Willkür hervorgeholt ist, sondern etwas ist, was sich hinstellen würde als eine gerade wissenschaftliche Erfassung des Geistigen in einem Zeitalter, das sonst gerade ungläubig bleiben würde, wenigstens wo das Wissenschaftliche bleiben müsste an der bloßen äußerlichen Erfassung der Dinge, während die Menschen sich fortentwickeln wollen. Denn wenn das jetzige Chaos die Zivilisation immer mehr und mehr in die Dekadenz bringen will, dann wird aus den Zeitverhältnissen selbst heraus jene große Lehre kommen, welche im Grunde genommen befolgt werden will von dieser anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Und die Wahrheit, sie wird sich durchringen, wenn man ihr auch noch so viele Hemmnisse in den Weg legen wird. Zeitlich kann man dasjenige, was doch Geisteswissenschaft will, zurückdämmen, vernichten vielleicht sogar für einige Zeit, aber die Wahrheit hat Wege, die durch alles hindurch gefunden werden können. Und dass diese Wege beschritten werden können, wenn in ehrlicher, aufrichtiger Weise die Methoden gesucht werden, durch die der Geist geschaut wird, das kann man für seine Überzeugung in einer gewissen Weise entscheiden.

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