2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p086 ·1921-01-28 · original (original)
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Sehen Sie, zum geistigen Erleben gehört eine gewisse Geistesgegenwart. Also, man muss dieses innere Erlebnis haben, das sonst an der Farbe erlebt wird. Dabei charakterisiert man dieses Erlebnis am besten dadurch, dass man sich an die Farbe erinnert, dass man die Farbe auch wirklich vor sich hat. So wie man — sagen wir — das Dreieck-Erlebnis dadurch hat, dass man das Dreieck innerlich zeichnet, so hat man dasjenige, was man innerlich erlebt, am besten vor sich, nicht indem man eine Geometriefigur zeichnet, sondern ein farbiges Bild malt. Dieses farbige Bild ist dann so adäquat dem seelischen Erlebnis, wie — sagen wir - wenn man ein Dreieck aufmalt mit seinen 180° und Winkeln, dem Dreieck-Erlebnis identisch ist, während dem man wissen muss, dass es eine Art Versinnlichung ist, so ist das, wenn man es in Goethe’scher Ausdrucksweise ausspricht, übrigens auch eine übersinnlich-sinnliche Darstellung desjenigen, was in Wirklichkeit erlebt wird.

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