2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Ich bin dem Herrn Vorredner außerordentlich dankbar, dass er diese Frage berührt hat. Denn ich habe es ja erleben müssen, dass mir von mancher Seite gesagt worden ist: Dasjenige, was da erlebt wird an den Imaginationen, das seien zurückgestaute Vorstellungen, zurückgestaute Nervenkräfte, die dann heraufkommen und die irgendetwas Phantastisches, Ungesundes darstellen. Sehen Sie, da müsste, wenn jemand solch eine Behauptung aufrechterhalten wollte, höchstens der Beweis erbracht werden, dass derjenige, der von solchen Dingen spricht, nicht ebenso wie der andere, der ihm so etwas vorwirft, in streng wissenschaftlichem Sinne reden kann. Wenn man seinen wissenschaftlichen Sinn auf der einen Seite nicht verloren hat, sondern durchaus auf dem Boden des wissenschaftlichen Sinnes steht, und dann konsequent hinausgeht zu etwas anderem, dann kann solch ein Vorwurf nicht erhoben werden.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p089 · edition original