2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Nicht wahr, der Weg in die Geisteswissenschaft hinein ist ja ein subtiler, ist ein solcher, der durch fortwährendes inneres Erleben der Seele rege gehalten werden muss. In demselben Maße, indem man nun Dinge ausübt, die dem Begehrungsvermögen entsprechen, die der Eitelkeit oder dem Machtgefühl entsprechen, in demselben Maße verdunkelt man gerade diejenigen Kräfte, die sich da ausbreiten wollen. Denken Sie doch nur einmal, dass man ungeheuer viel zu tun hat, um das auszubilden, was ich die Liebefähigkeit genannt habe. Es ist die größte Lieblosigkeit, in die man verfallen kann, wenn man Machtgefühle entwickelt. Ich weiß nicht, ob mir in dieser Weise ein Zusammenhang von Ihrer Seite zugestanden wird, aber es ist doch so: Das Machtgefühl verdunkelt eigentlich das wirkliche Liebegefühl.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p100 · edition original