{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1921-01-28/p108","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nehmen Sie an, wir haben nötig, den Kindern zunächst den Begriff der Unsterblichkeit der Seele beizubringen. Wir versuchen das — wie gesagt, ich rede in einem Beispiel, es könnte das durchaus auch anders erklärt werden —, aber nehmen wir an, wir versuchen das dem Kinde durch ein Bild beizubringen. Wir weisen hin auf die Schmetterlingspuppe. Der Schmetterling fliegt aus. Wir versuchen dann zu zeigen, wie gerade auch die Seele des Menschen mit dem Tode den Körper verlässt und eine [andere] Welt, allerdings jetzt im Unsichtbaren, betritt und so weiter. Nicht wahr, so etwas kann man ausdenken. Wenn man es aber nur ausdenkt, wird man bemerken — man braucht dazu allerdings pädagogische Erfahrung, aber wenn man diese hat, wird man bemerken: Wenn man nur ausgedacht hat diesen Gesichtspunkt — ich bin so gescheit und das Kind ist so dumm, ich muss ihm das Bild bringen, dann bringt man es dem Kinde in Wirklichkeit doch nicht bei. Man bringt es dem Gehirnapparat, dem Worterkennen bei, aber nicht dem Herzen bei. Dem Herzen bringt man nur dasjenige bei, woran man selber glauben kann; dann bringt man es, ich möchte sagen mit Freude bei, wenn wirklich etwas Reales darinnen ist, wenn man sich sagen kann: Ja, da habe ich eine Entsprechung; ich glaube daran. Das ist gerade das, was sich bildet bei unserer Geisteswissenschaft, aber nicht [auf] eine nebulose, verschwommene Art. Denn das ist etwas, was gerade abgewiesen wird von Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut","site_heading":null,"date":"1921-01-28","location":null,"word_count":242,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p108","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p108"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1921-01-28/p108","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}