Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele

GA 80b/1921-02-01/p017 ·1921-02-01 · original (original)
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Man könnte — meine sehr verehrten Anwesenden — dasjenige, was ich jetzt durch das Beispiel der astronomischen Weltanschauung erörtert habe, man könnte es für andere Gebiete des menschlichen Erkennens durchaus ebenfalls erörtern, und überall würde sich zeigen, dass wir im Grunde genommen einfach durch die Zivilisationsentwicklung der neueren Zeit als ganze Menschheit hinübergeschoben worden sind über dasjenige, was man in jenen alten Zeiten die «Schwelle zur höheren Erkenntnis» nannte. Es ist aus den Empfindungen — die man hatte gegenüber jenem Zustand der Seele, in den sie kommt, wenn sie in solche Erkenntnis eintritt —, aus ihren Empfindungen ist das zurückgeblieben, was bei den verschiedenen Konfessionen, die Traditionelles fortpflanzen, dann dazu geführt hat, einfach abzulehnen dasjenige, was in dieser Weise durch die Zivilisation heraufgebracht worden ist. Wenn zum Beispiel die katholische Kirche bis zum Jahre 1822 nicht anerkannt hat die kopernikanische Lehre, so war der Grund dieses Nichterkennens dasjenige, was aus jenen Altertumszeiten zurückgeblieben ist von dem Grunde, von dem geglaubten Grunde dieser Ablehnung. Man hielt das für etwas, was den Menschen in Unsicherheit hineinbringt, wenn er nicht in genügender Weise vorbereitet ist.

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Cite: GA 80b/1921-02-01/p017 · edition original