{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1921-02-01/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe in meiner «Philosophie der Freiheit» bereits im Beginne der Neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hervorgehoben, wie zusammenhängt mit dem Erfassen des reinen Denkens, des innerlich selbstständig arbeitenden Denkens, dasjenige, was das Freiheitserlebnis ist. Ich habe gesagt, dass alles dasjenige, was der Mensch als innerhalb des Freiheitserlebnisses stehend sieht, dass er das zusammenhängend findet mit dem, was ich das reine Denken genannt habe, jenes Denken, das ganz losgelöst ist von dem inneren organischen Leben, jenes Denken, das, wenn der Ausdruck nicht missverstanden wird, schon im gewöhnlichen Leben eine Art heraufgehobener Erkenntnis ist. Denn wenn wir durchziehen unser reines Denken mit sittlichen Ideen und Impulsen, mit solchen Ideen und Impulsen, die nicht zusammenhängen mit Begierden, nicht zusammenhängen mit Sympathien und Antipathien, sondern nur zusammenhängen mit der reinen, liebevollen Hingabe an die Tat, die begangen werden soll, wenn wir so den Impuls zu einer Tat, zu einer Handlung in unserer Seele aufleben lassen, dann ist die Tat, die Handlung, die aus einem solchen Impuls hervorgeht, eine wirklich freie. Daher kann man nicht die Frage nach der Freiheit in dem Sinne aufwerfen, wie das so vielfach aufgeworfen worden ist: Ist der Mensch frei oder ist der Mensch unfrei? Sondern man kann nur sagen: Der Mensch ist auf dem Wege zur Freiheit durch seine Selbstentwicklung, durch seine Selbsterkenntnis, durch sein innerliches Loskommen von seiner gewöhnlichen Seelenverfassung zu jener Seelenverfassung, in der er sich erhebt zu dem Erfassen des reinen Gedankens, der sich erfüllt mit dem sittlichen Ideale. Durch das wird er immer freier und freier.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele","site_heading":null,"date":"1921-02-01","location":null,"word_count":252,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-02-01/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-02-01/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1921-02-01/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}