Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele

GA 80b/1921-02-01/p035 ·1921-02-01 · original (original)
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Aber wir brauchen nur auf ganz bekannte Erscheinungen hinzuweisen, dann werden wir sehen, dass wir doch etwas verlieren, ja, dass dieses Verlieren heute allgemein die menschliche Seelenverfassung einmal ist. Man gibt sich nur über diese Dinge Illusionen hin. Man will sich über diese Dinge durchaus von gewissen Träumereien nicht befreien. Ich habe ja auch in diesen Vorträgen, die ich hier von dieser Stelle aus halten durfte, durch Jahre hindurch immer wieder darauf hingewiesen, wie unsere Naturerkenntnis gerade die gewissenhaften Leute führt zu einer Anerkennung von Grenzen des Naturerkennens. Grenzen, über die wir nicht hinüberschreiten können, ohne unser Erkenntnisvermögen eben in unerlaubte, in unmögliche Gebiete hineinzuführen. Vom «Ignorabimus» wurde gesprochen von einem bedeutenden, tief eindringenden Naturforscher der neueren Zeit, von dem «Wir können nicht erkennen». Sodass in einem solchen Ignorabimus das Geständnis vorliegt: Wie weit wir uns auch verbreiten in dieser Erkenntnis, die wir aus der Sinnesbeobachtung und aus dem kombinierenden Verstande gewinnen, wir dringen doch in das Innere der Natur nicht ein. Hier liegt eben ein Konflikt vor, der schon gefühlt worden ist, als diese neuere Naturerkenntnis bis zu einer gewissen Etappe heraufgekommen war.

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