Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele

GA 80b/1921-02-01/p041 ·1921-02-01 · original (original)
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Aber das ist nicht vollständige Anschauung vom menschlichen Wesen, und man kommt zu keiner genügenden Auffassung vom Wesen der Menschenseele, wenn man das, was vorliegt, nur in dieser Weise ansieht. Wir wachen nach gewöhnlicher Auffassung zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen. Aber dieses Wachen bezieht sich durchaus nicht auf unseren ganzen Menschen, und das wird gewöhnlich nicht beachtet. Deshalb haben wir auch heute durchaus keine ordentliche Seelenkunde, keine wirkliche Psychologie, weil dieses nicht beachtet wird. Wenn wir vergleichen nämlich, im unbefangenen inneren Erleben vergleichen dasjenige, was in unserem Gefühl auftritt, so ist das durchaus nicht durchzogen von einer solchen inneren Bewusstseinshelligkeit wie das Vorstellen. Es ist ein großer, gewaltiger Unterschied zwischen der Bewusstseinsunterscheidung der Gedanken, der Vorstellungen, und desjenigen, was mehr dumpf, dämmerhaft als Gefühlsnuance dieses Vorstellungsleben durchzieht. Zwar ist dieses Gefühlsleben für unser menschliches Sich-Erfühlen, für unser menschliches Sich-Erleben ebenso real, ja vielleicht realer als das Gedankenleben in einer anderen Beziehung. Aber von lichtvoller Klarheit kann nur das Gedankenleben durchzogen sein. Das Gefühlsleben bleibt in einer gewissen Unbestimmtheit in der Seele ausgebreitet.

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