{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1921-02-01/p048","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und noch weiter kommt diese Methode, die ich geschildert habe, wie das in anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft dargelegt ist, im inspirierten Bewusstsein. Da wird tatsächlich dasjenige erreicht, was sonst Wille ist. Ich habe gestern geschildert, wie sich umgestaltet dasjenige, was sonst abstraktes theoretisches Erkennen ist, in etwas, was sich vergleichen lässt dem künstlerischen Anschauen vom Menschenbau. So wird aber auch hingeschaut auf den Willen. Nach und nach gelangt man dazu, dass wirklich — der Ausdruck soll nicht missverstanden werden — hellseherisch durchschaut wird, wie das Ganze der menschlichen Organisation funktioniert, indem der Wille hineinpulsiert in diese menschliche Organisation. Geschaut wird, was wirklich vorgeht im Muskel, indem erkannt wird, was da hineinschießt, indem der Willensimpuls sich betätigt, und das ist dann inspirierte Erkenntnis. Da taucht der Mensch in sein eigenes Innere unter. Da allerdings erlangt er dann eine Erkenntnis von sich selbst, über die sonst ein Schleier gebreitet ist. Da gelangt man dazu, nicht nur zu erkennen dasjenige, was fertig dasteht zwischen der Geburt und dem Tode, sondern da gelangt man dazu, indem, was in seinem Gefühl, in seinem Willen lebt, die jetzt durchzogen sind von eben solchem Bewusstseinslichte, wie sonst nur das Vorstellungsleben, da gelangt man dazu, nicht bloß das Geschaffene in seinem Wesen zu erkennen, sondern das Schaffende, das Schöpferische, dasjenige, was nun nicht bloß aufwacht und in den schon fertigen Leib wiederum hineingeht, wie es beim Aufwachen des Menschen der Fall ist, sondern das aus geistigen Welten heruntersteigt, indem der Mensch durch die Geburt oder Empfängnis geht und sich den Leib selber organisiert, da gelangt der Mensch dazu, durch diese höhere Erkenntnisstufe sein Ewiges zu erkennen, dasjenige in ihm zu erkennen, was über Geburt und dem Tode hinauslebt. Er gelangt durch eine unmittelbare Anschauung dazu, das Ewige des Geistigen in sich selber zu erkennen. Er gelangt zu einer Anschauung des Wesens der Menschenseele; aber er gelangt dann auch dazu, indem er in sein eigenes Wesen hinuntertaucht, da, wo er sonst nur als Natürlicher erkennt, indem er den Geist in sich findet, er gelangt dazu, dass er schon, indem er in sich selber hinuntergestiegen ist, nicht mehr bloß in sich steht, sondern dass er nun in dem Inneren der Natur drinnensteht, dass er in dem Geiste seiner eigenen Natur den Geist der Natur erkennt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele","site_heading":null,"date":"1921-02-01","location":null,"word_count":374,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-02-01/p048","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-02-01/p048"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1921-02-01/p048"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}