Das Innere der Natur und das Wesen der Menschenseele
Dadurch aber ergibt sich für uns eine neue Schwelle in die geistige Welt, jene Schwelle, die jetzt vor uns steht. Wir sagen uns, wir dürfen nicht darinnen stehen bleiben in derjenigen Welt, die uns nur die ausgebreitete Sinnesanschauung gibt, die uns dasjenige, was Inneres der Natur ist, jenseits der Grenze liegen lässt. Wir dürfen nicht da stehen bleiben, wir müssen eine andere Schwelle überschreiten, diejenige, die uns in das eigene Innere, in das Wesen der Seele führt, und die uns nicht mehr phantasieren lässt von allerlei Atomen und Atomistik und allerlei Molekülen, die hinter dem stehen sollen, was da Farbe und Ton und Wärmeempfindung und so weiter ist, sondern wir lernen erkennen, indem wir unseren eigenen Geist erkennen und in diesem Geiste drinnenstehen, wir lernen erkennen, drinnenzustehen in dem Geiste der Natur, wir lernen die Natur selber als geistig kennen. Da, wo die Menschen die Welt verlieren wollen, indem sie hinter die Natur — man möchte sagen — eine zweite grob materielle Natur setzen in einer atomistischen Welt, da findet derjenige, der im neueren Sinne die [Schwelle] überschreitet, den Geist, und das ist es, was wir als eine Grundempfindung gegenüber dem Inneren der Natur und dem Wesen der Menschenseele entwickeln müssen als unterschiedlich von dem, was die Alten hatten.
Cite:
GA 80b/1921-02-01/p050 · edition original