5. Natürlicher Tod und geistiges Leben
Anthroposophische Forschungsweise kann weder stehen bleiben bei der westlichen Begriffswelt noch bei jener Welt, die sich, ich möchte sagen äußerlich nur der Begriffe wie einer Sprache bedient, die aber aus einem mehr oder weniger mystischen Dunkel, das gerade das orientalische Wesen charakterisiert, schöpft. Anthroposophische Forschungsweise muss auf der einen Seite es vermeiden, in dieses mystische Dunkel sich hinein zu verlieren, auf der anderen Seite muss sie versuchen, dasjenige, was den bloß in Begriffen lebenden Menschen immerzu nur innerhalb der Sinneswelt halten will, auch zu überwinden. Das aber kann sich ganz besonders zeigen, wenn man zunächst äußerlich ins Auge fasst eben dasjenige, was sich als das intensivste Schicksalsmäßige in das menschliche Leben hineinstellt, wenn man ins Auge fasst den Tod, um dann aufzusteigen auch in der Erkenntnis von der Erfassung des Todes zu der Erfassung der Unsterblichkeit.
Cite:
GA 80b/1922-02-12/p012 · edition original