5. Natürlicher Tod und geistiges Leben

GA 80b/1922-02-12/p022 ·1922-02-12 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Und in der Tat, diese Traumeswelt, dasjenige, was aus der Zeit, die wir zubringen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, in das Wachbewusstsein hinüberklingt und herüberschwingt, das enthält etwas, das in der Tat weiter ausgebildet werden kann. Und diese weitere Ausbildung geschieht eben gerade durch die höhere Erkenntnis des Menschen, durch die Erringung eines dritten Bewusstseinszustandes. Durch Verstärkung von Denken, Fühlen und Wollen wird etwas erreicht, was auf der einen Seite ähnlich ist der Schlafenswelt, aus der das Träumen heraufflutet, und auf der anderen Seite wieder völlig entgegengesetzt ist. Wenn wir sagen, wir schlafen ein, lassen wir aus der Schlafenswelt den Traum heraufklingen; so müssen wir sagen: In der Welt des übersinnlichen Bewusstseins, in welche die anthroposophische Forschung eindringen will, da findet nun nicht ein Einschlafen, sondern im Gegenteil ein höheres Aufwachen statt. Es findet statt ein Erleben in einer Welt, die ähnlich und wieder ganz verschieden von der Traumeswelt ist; ähnlich insoferne, als dass sie, wenn wir mit der Traumeswelt, die ja in Augenblicken, sagen wir, des Aufwachens an uns vorüberhuscht, wenn wir mit ihr untertauchen in das volle physisch-leibliche Leben, aufhört, sogleich demjenigen Leben weicht, das die willensdurchflossenen Gedanken durchsetzt. Dasjenige Leben im Bewusstsein, das in der angedeuteten Art erreicht wird, kann ebenso aufhören und muss ebenso aufhören, wenn es untertaucht in die gewöhnliche menschliche Leiblichkeit. So wie der Traum verglimmt, so hört das höhere Bewusstsein auf, wenn es in die Leiblichkeit untertaucht. Dieses Aufwachen, dieses höhere Erwecktsein, wenn ich mich des viel umstrittenen Ausdrucks bedienen darf, das schwebt, ich möchte sagen in einer ebensolchen Leichtigkeit, wie die Traumeswelt ist — aber auf der anderen Seite ihr deshalb entgegengesetzt, weil es in ebenso strengem Sinne durchsetzt ist von den sicheren Gedanken wie das wache Tageserkennen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/80b/1922-02-12/p022.json
Cite: GA 80b/1922-02-12/p022 · edition original