5. Natürlicher Tod und geistiges Leben

GA 80b/1922-02-12/p023 ·1922-02-12 · original (original)
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So besteht anthroposophische Forschung in einem Vorrücken zu einer Erkenntnis, die mit einer Leichtigkeit erlebt wird wie der Traum, die aber zu gleicher Zeit in einer Festigkeit erfahren wird wie nur irgendwie das Logische in dem Erkenntniszusammenhange. Aber das eine ist bei beiden der Fall. Wird man sich aus dem einen oder aus dem anderen Bewusstseinsgebiete des Vollzusammenhanges mit seiner Leiblichkeit bewusst, dann tritt das eine wie das andere in einer solchen Form auf, dass der Traum ausgelöscht wird durch das wache Tagesleben, höchstens als Erinnerung zurückbleiben kann, aber als Erinnerung sich eben dem wachen Tagesleben eingliedert, der Inhalt der höheren Erkenntnis aber zwar nicht ausgelöscht wird, aber sich neben das gewöhnliche Tageserkennen hinstellt, so hinstellt, dass er aber deutlich sich von ihm abhebt, sodass der Mensch dann wie mit zwei Persönlichkeiten sein eigenes Dasein erleben kann, die eine durch die andere kontrollieren kann, beleuchten kann dasjenige, was er im gewöhnlichen Bewusstsein im Wachzustande vom Morgen bis zum Abend hat, mit der höheren Erkenntnis, die er errungen hat, die höhere Erkenntnis wiederum kontrollieren kann durch sein gewöhnliches logisches Denken, um zu erfahren, wie sie sich mit demjenigen, was in der Sinneswelt erfahren werden kann, verträgt. Es ist ein rein seelisch-geistiges Erleben, in das uns diese höhere Erkenntnis versetzt, es ist ein seelisch-geistiges Erleben voller Inhalt, voller innerer Wirklichkeit. Geradeso wie man im gewöhnlichen Sinnesleben zu unterscheiden vermag irgendetwas bloß phantastisch Ausgedachtes von der Wirklichkeit im Leben selber, wie man unterscheiden kann die bloße Vorstellung des heißen Eisens von dem wirklichen heißen Eisen, das man berührt durch das Leben selber, so kann man unterscheiden etwas bloß phantastisch Vorgestelltes von demjenigen, was in höherer Erkenntnis wirklich angeschaut wird, was unmittelbar erlebt wird.

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