{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1922-02-12/p035","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn ich die Pflanze betrachte: Sie ist ein Lebendiges, in ihr kreisen Stoffe, in ihr wirken Kräfte. Innerhalb desjenigen, was ich in diesem Lebendigen vor Augen habe, wirken dieselben Kräfte und Gesetze, die ich in der Physik, in der Chemie erkunde; da ist ein Physisches, da ein Chemismus darinnen. Dieses Physische, dieser Chemismus, sie sind in anderer Weise da innerhalb des Lebendigen als außerhalb des Lebendigen, aber sie sind doch nur eben innerhalb dieses Lebendigen ein Unlebendiges. Und es mag gelingen, zu durchschauen, in welch besonderer Art sich dieses Unlebendige im Lebendigen darstellt, im Lebendigen offenbart, aber man bleibt doch nur beim Unlebendigen. Und man bleibt beim Unlebendigen, auch wenn man es heraufstudiert bis zum Menschen. Der Mensch trägt in sich die Kräfte, die Wirkungsweise des toten Stoffes. Aber gerade dadurch, dass er diese Wirkungsweise, diese Kräfte des toten Stoffes in sich trägt, das bedeutet ja, dass er den Tod, das Sterben, immer in sich hat. Durch höhere Erkenntnis gewinnt man Einsicht darin, dass der Mensch im gewöhnlichen Bewusstsein dadurch denkt, dass er dieses Unlebendige, dieses Unorganische, dieses fortwährend ihn mit Sterbekräften Ausrüstende, in sich trägt. Es ist ein Bedeutsames, zu durchschauen, dass der Mensch dasjenige, was er zunächst im physischen Leben als sein Höchstes anerkennt, gerade gebunden sehen muss an dasjenige, was sich fortwährend aus dem Leben loslöst, das ist, dass der Mensch denken kann, dass er fortwährend aus dem Leben loslöst die Kräfte des Toten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"5. Natürlicher Tod und geistiges Leben","site_heading":null,"date":"1922-02-12","location":null,"word_count":237,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1922-02-12/p035","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1922-02-12/p035"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1922-02-12/p035","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}