{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1922-02-12/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir erkennen die Ideen, die Begriffe der gewöhnlichen Erkenntnis als an den Tod gebunden; wir erkennen dasjenige, wonach anthroposophische Erkenntnis hinstrebt als dasjenige, was die gewöhnlichen, toten, die unlebendigen Begriffe und Ideen zum Leben auferweckt. Wir erkennen nicht nur einen formalen Erkenntnisprozess, wir erkennen eine Belebung unseres Seelenlebens; wir erkennen ein unmittelbares Hinstellen desjenigen, was nichts zu tun hat mit Geburt und Tod, was wirklich hinausgeht über Geburt und Tod, weil es nicht Anteil nimmt an den Kräften des Todes und des Sterbens. Wir erkennen das unsterbliche Teil des Menschen, wir lernen es unterscheiden von demjenigen, was fortwährend an den Tod gebunden ist, wie in höherer Erkenntnis, ich möchte sagen ersteht aus dem natürlichen Tode das geistige Leben, nicht nur eine geistige formale Erkenntnis. Daher ist es — meine sehr verehrten Anwesenden —, dass diese anthroposophische Erkenntnis zunächst befremdend an den Menschen herantritt. Sie wird gewöhnlich genommen wie eine bloße Fortsetzung der gewöhnlichen Erkenntnis. Sie ist das in vollem Sinne des Wortes, aber sie ist eine solche Fortsetzung, dass auch der Charakter, die ganze Art dieser gewöhnlichen Erkenntnis geändert wird, dass wir etwas erleben wie ein Geborenwerden eines Lebendigen innerhalb der sonst nur für das Unlebendige brauchbaren Gedanken und Ideen in denjenigen Gedanken, die ich Weltgedanken genannt habe. In der heutigen Betrachtung tritt uns eben dasjenige entgegen, in das der Mensch zunächst aufgenommen wird, wenn er als Geistig-Seelisches sich von seinem Leben zwischen Geburt und Tod trennt. Trennt sich sein Physisches durch den natürlichen Tod, dann wird sein Leibliches in die allgemeinen natürlichen Kräfte aufgenommen, seine Form zerstört. Wird das Geistig-Seelische in diejenige Welt aufgenommen, welche die höhere Erkenntnis eben erkenntnismäßig lebendig schon erreicht, dann konsolidiert sich der Mensch. Dann wird der Mensch nicht aufgelöst in die übrige Welt, dann tritt er mit seiner vollen Individualität — ja, [diese höhere Individualität wird erkraftet, intensiviert] —, er tritt mit dieser Welt in die geistige Welt ein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"5. Natürlicher Tod und geistiges Leben","site_heading":null,"date":"1922-02-12","location":null,"word_count":315,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1922-02-12/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1922-02-12/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1922-02-12/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}