5. Natürlicher Tod und geistiges Leben

GA 80b/1922-02-12/p040 ·1922-02-12 · original (original)
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Es kann allein dasjenige dem Tode verfallen, was schon fortwährend in dem Schoße dieses Todes liegt. Dadurch, dass man das fortwährende Sterben durchschaut, wird der eigentliche Moment des Todes nur wie eine Art Zusammenfassung desjenigen, was immer da ist, erkannt. Und während wir unser Leben, ich möchte sagen vor dem Tode fortwährend retten, indem im physischen Leben immer überwunden werden die Todeskräfte, überwunden werden aber dadurch, dass in uns ja dasjenige immer ist, was von der höheren Erkenntnis nur erschaut wird, so wird von diesem in uns befindlichen Geistig-Seelischen gerade im physischen Tode dasjenige überwunden — völlig überwunden, ich möchte sagen in seiner Summe überwunden —, was in seinen einzelnen Addenden, in seinen einzelnen Elementen von Lebensaugenblick zu Lebensaugenblick überwunden werden muss. Wir überwinden in jedem Augenblick durch unser geistiges Leben, das mit dem Tode nichts zu tun hat, den natürlichen Tod. Und erlangt man eine solche Erkenntnis von der Überwindung der Sterblichkeit durch die Unsterblichkeit, dann tritt auch das Todesrätsel eben in jener erneuerten Gestalt vor die menschliche Seele, die ich mir erlaubte, am heutigen Abend vor Ihnen —- meine sehr verehrten Anwesenden — zu schildern.

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