5. Natürlicher Tod und geistiges Leben
Viele werden einwenden: Diese Wissenschaft, die du als Anthroposophie schilderst, sie schwebt gewissermaßen in der Luft; man steht nicht auf einem sicheren Boden der Tatsache. Meine sehr verehrten Anwesenden! Ich habe heute versucht, Ihnen zu zeigen, wie diese Anthroposophie nur richtig verstanden werden kann, wenn man sie im Zusammenhang mit dem ganzen Weltenwerden und mit der Stellung des Menschen in diesem Weltenwerden betrachtet. Wenn wir auf das Nächste sehen, das uns hier auf der Erde umgibt, wir müssen von allem sagen: Es braucht eine Grundlage, auf der es steht. Wenn wir frei in der Luft schwebend erhalten wollten ein Irdisch-Gewichtiges, es würde hinunterfallen. Dasjenige, was uns als nächste Umgebung umgibt, braucht eine Unterlage; dasjenige, was uns als nächstes Wissen für das Leben zwischen Geburt und Tod umgibt, braucht der Tatsachen der äußeren Sinneswelt und des kombinierenden Verstandes, um geistig eine solche Unterlage zu haben. In demselben Moment, wo wir vom Erdenleben in das Weltenleben hinausschauen, wäre es töricht zu sagen, die Erde braucht eine Unterlage, worauf sie ruht, um in der Welt vorhanden sein zu können.
Cite:
GA 80b/1922-02-12/p046 · edition original