12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie

GA 80b/1923-05-14/p006 ·1923-05-14 · original (original)
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Aber bedenken wir: Wodurch kommen wir denn überhaupt dazu, von den Träumen, die aus dem Schlafzustande heraufziehen, überhaupt so zu sprechen, dass sie einen zwar interessanten Charakter tragen, oftmals aber, dass sie einen geringeren Wirklichkeitswert haben oder vielleicht in gewissem Sinne gar keinen Wirklichkeitswert haben gegenüber dem, was wir wachend erleben? Wir kommen zu der Beurteilung der Traumeswelt nur dadurch, dass wir eben erwachen, und dass wir durch das Erwachen in einen ganz anderen Bewusstseinszustand kommen. Was geschieht denn mit dem Erwachen? Wir schalten namentlich unsern Willen in unsern Körper, in unsere körperlichen Verrichtungen ein. Auf den Willen kommt es an, meine sehr verehrten Anwesenden. Denn, auch was wir durch die Sinne wachend wahrnehmen, das wird im Wesentlichen dadurch bedingt, dass wir beim Aufwachen den Willen auch in die Sinne, in die Sinnesorgane einschalten; indem der Wille gewissermaßen in unsern ganzen Organismus hineinfährt, unsern ganzen Organismus ergreift, werden wir fähig, durch unsern Organismus uns in die natürliche Außenwelt einzuschalten. Und durch das, was wir da erleben nach dieser Einschaltung, sind wir imstande, den Wirklichkeitswert des Traumes eben zu beurteilen. Wir könnten niemals innerhalb des Traumes selbst zu einer anderen Ansicht über den Traum kommen als zu derjenigen, dass der Traum volle Wirklichkeit darbietet. Solange wir träumen, sehen wir alles dasjenige als wirklich an, was der Traum uns in seiner bunt schillernden Mannigfaltigkeit darbietet.

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