12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie
Von dieser Tatsache geht die hier gemeinte Geisteswissenschaft aus, aber nicht philosophisch spekulierend, sondern diese Tatsache aufgreifend nunmehr und im Anschlusse durch Übungen die Seele weiterentwickelnd. Die Frage ist diese: Wenn wir durch die gewöhnliche Erinnerung imstande sind, etwas in den Vorstellungen, in den Gedanken zu haben, was nicht mehr da ist, aber einmal in unserem Erdenleben da war; können wir vielleicht nicht auch durch irgendwelche Seelenverrichtungen solche Vorstellungen bekommen, die sich auf etwas beziehen, was niemals im Erdenleben da war, was also eine höher entwickelte Erinnerung ist, eigentlich aber keine Erinnerung, sondern eine Vorstellungswelt, wo die Erinnerung so weit entwickelt ist, dass etwas vorgestellt ist, das nicht einmal da war? Das kann erreicht werden dadurch, dass man wirklich das Gedankenleben weiter ausbildet, als man es gewöhnt ist für das gewöhnliche Bewusstsein.
Cite:
GA 80b/1923-05-14/p014 · edition original