12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie

GA 80b/1923-05-14/p027 ·1923-05-14 · original (original)
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Aber - meine sehr verehrten Anwesenden — es gibt da etwas, was noch über die Null hinausgeht! Denken Sie sich einmal, einer hat ein Vermögen; er gibt von diesem Vermögen immerfort aus, bis er wenig hat, ja, bis er weniger hat als nichts. Das sehen wir, dass man da insbesondere heutzutage nicht stehen bleibt, wenn man nichts hat, sondern man gibt weiter aus. Wie macht man das? Man geht unter die Null herunter, man geht, wie der Mathematiker sagt, ins Negative hinein, in dasjenige, was Schulden sind gegenüber dem Vermögen, in dasjenige, was negativ ist gegenüber der Null, was weniger ist als die Null. Denken Sie sich das für das Schweigen. Wir können von dem lauten Getöse bis zur Ruhe - Null — kommen; können aber noch weitergehen, sodass wir herunterkommen in Regionen des Schweigens, die stärkeres Schweigen sind, als das bloße Null-Schweigen. Und in solchen Regionen, wo eine größere Ruhe drinnen ist als die Ruhe Null, in solche Regionen kommt das Seelenleben hinein, wenn es in der Weise, wie ich es angedeutet habe, die erst kraftvoll in das Bewusstsein gesetzten Vorstellungen auslöscht. Dann kommt die Seele in das wachende Leere gegenüber den inneren Erlebnissen. Dann tritt aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus die der sinnlichen entgegengesetzte Welt, die objektive geistige Welt, die aus dem lauten Treiben der sinnlichen Welt uns in dieser sinnlichen Welt mit ihren Vorgängen entgegentritt. So tritt dem Geistesforscher, der auf der Stufe angekommen ist, die ich geschildert habe, gegenüber dem tiefen Schweigen der Seele die geistige Welt entgegen und er befindet sich in der geistigen Welt, stufenweise, so wie sich der Mensch durch seine Augen, durch seine Ohren in der physisch-sinnlichen Welt befindet. Und dem tiefen Schweigen der Seele offenbart sich die positive geistige Welt.

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