12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie
Und dann kann man weitergehen in seinen Übungen: So wie man eine Vorstellung wegschaffen kann, so kann man dieses ganze Bild des Lebens, das man auf der ersten Stufe seines übersinnlichen Erkennens, wie ich es geschildert habe, erlebt hat als richtige Selbsterkenntnis, das kann man nun mit aller Kraft wegschaffen, seinen Zeitmenschen wegschaffen, wie man in dem Erkenntnismomente, wo man zu dem Zeitmenschen gekommen ist, seinen Raumesmenschen schon weggeschafft hat mit seiner starken Ich-Empfindung. Jetzt kann man den Zeitmenschen wegschaffen. Und aus dem Schweigen der Seele heraus entzündet sich einem - wenn man gegenüber der eigenen Selbsterkenntnis, der realen Selbsterkenntnis zu dem wachen Bewusstsein im tiefen Schweigen der Seele gekommen ist —, offenbart sich einem jetzt nichts [Gleichzeitiges], sondern mit dem Hinwegschaffen seines Zeitmenschen tritt man ein in diejenige Welt, in der man war, bevor man heruntergestiegen ist, um den für einen von Eltern, Voreltern zubereiteten physischen Leib anzunehmen. Aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus offenbart sich einem neben den gleichzeitigen geistigen Welten-Vorgängen das eigene geistig-seelische Wesen, das man war, bevor man zu diesem Erdendasein heruntergestiegen ist. Jetzt schaut man hinein in das Leben, das man durchmacht mit anderen, rein geistig-seelischen Wesen, bevor man ein irdisches — wenn ich so sagen darf — Kleid angenommen hat; das Dasein des Menschen vor der Geburt oder eigentlich vor der Konzeption, tritt jetzt vor das seelische Schauen an den Menschen heran.
Cite:
GA 80b/1923-05-14/p028 · edition original