12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie
Nun - meine sehr verehrten Anwesenden —, wir wissen, da steht wirklich vor uns ein zweites Aufwachen der Seele. Aus dem Träumen heraus schalten wir uns mit dem Willen in den Leib ein. Dadurch leben wir in der Raumeswelt. Während sonst die Bilder verlaufen und wir als Träumende die verlaufenden Bilder als Wirklichkeiten hinnehmen — erwachen wir, so erkennen wir den Bildcharakter. Aber wodurch sind denn Bilder Bilder? Sie sind es dadurch, dass sie hinter sich gewissermaßen die Wirklichkeit nicht haben, dass sie als Bilder dastehen. Indem wir erwachen, schalten wir uns in unsere Leibesfunktionen ein. Ich möchte sagen: Rot sehen wir als Rot, ob wir wachen oder schlafen, gleich; den Ton hören wir, ob wir träumend oder wachend sind, gleich. Aber indem wir wach sind, eingeschaltet haben unsern Willen in die Leibesfunktionen, gehen wir gewissermaßen in die Realitäten hinüber — reden jetzt [wieder] nicht von philosophischen Spekulationen, sondern ganz innerhalb des populären Bewusstseins —, über die harten Dinge hinüber. Dadurch sind wir erwacht, dass wir gewissermaßen die Sinneswahrnehmungen nicht beim Bild behalten, sondern über die harten Dinge hinüberbreiten. Wir sind in dasselbe Element eingeschaltet, das uns die Dinge der Welt im Sinnendasein, im physischen Dasein darbietet.
Cite:
GA 80b/1923-05-14/p041 · edition original