12. Seelenewigkeit Des Menschen Vom Gesichtspunkt Der Anthroposophie
Denn, was wissen wir, wenn wir irgendeine Handlung beschlossen haben, wie sich diese Handlung, die wir in der Vorstellung vor uns haben, als Vorstellung hinunter fortsetzt in unsere Glieder, sodass wir anfangen, die Glieder zu bewegen? Das sieht man ja erst durch Geisteswissenschaft ein, was da in den Muskeln, was da im ganzen Organismus vor sich geht; sonst bleibt ja dasjenige, was Willenshandlung ist, im Schlafzustande befangen. Wir haben zunächst nur die Vorstellung. Dann geht alles hinunter in den unbewussten Zustand. Dann tritt wieder die Vorstellung des Geschehens auf. Und dass durch das Wollen eintritt dasjenige, was Seelen von sich selber nur träumen, auch im Wachzustande, das schalten wir stufenweise durch verstärktes Denken, durch das tiefe Schweigen der Seele, durch die zur Erkenntniskraft erwachte Liebe in das Geistdasein des Menschen ein — wie wir einschalten beim gewöhnlichen Erwachen den Willen in das Körperdasein. Dadurch lernen wir beurteilen vom Gesichtspunkte des Ewigen im Menschen das gewöhnliche sinnlich-physische Leben, das wir zwischen Geburt und Tod absolvieren, wie wir vom Standpunkt des sinnlichphysischen Lebens den Inhalt des Traumes einschalten, erkennen werden. Wir treten auf diese Weise in das Ewige ein - erkennend!
Cite:
GA 80b/1923-05-14/p043 · edition original