4. Die anthroposophische Geisteswissenschaft und die grossen Zivilisationsfragen der Gegenwart
Daher können wir heute dasjenige ertragen, was noch ein alter Grieche nicht ertragen hätte: das Bewusstsein, uns mit der Erde im Bodenlosen gewissermaßen um die Sonne herum zu bewegen. Aber wir werden auf der anderen Seite gerade wegen dieses erstarkten Selbstbewusstseins, das uns die Welt seelen- und geistlos zeigt, dazu geführt, eine Erkenntnis nicht zu haben, nach der sich die Seelen dennoch sehnen müssen: Wir sehen die Welt in ihren materiellen Erscheinungen, ihren materiellen Tatsachen, wie sie die alten Menschen niemals gesehen haben ohne eine Vorbereitung der Mysterien. Aber wir sehen nicht — und deshalb sprechen gerade gewissenhafte Naturforscher von Ignorabimus und von den Erkenntnisgrenzen —, wir sehen nicht die Welt eines Geistigen um uns herum.
Cite:
GA 80c/1921-02-23/p024 · edition original