{"corpus":"steiner","locus":"GA 80c/1921-02-23/p046","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese entwickelte Liebekraft, die bringt uns nun ein Zweites; die setzt uns hinein in die geistige Welt wesenhaft, die wir durch die entwickelte Erinnerungsfähigkeit betreten. Und wir lernen jetzt Wesenheiten kennen, lernen geistige Tatsachen kennen und lernen, die Welt so zu schildern, dass wir nicht bloß sagen, wie einmal aus irgendeiner alten Nebelwelt unser gegenwärtiges Planetensystem entstanden ist, was dann auch wiederum einmal zerstäuben oder in die Sonne fallen wird. Wir sehen nicht auf eine solche geistfremde Natur, der gegenüber etwas anderes steht. Und wenn der Mensch ehrlich ist, so muss er empfinden, wie dieser naturwissenschaftlich angeschauten Welt gerade das Wertvollste im Menschen gegenübersteht. Man hat die bedrängten Seelen im modernen Geistesleben kennenlernen können, die uns immer wieder sagen: Da erzählt uns die Naturwissenschaft von einer Welt der rein natürlichen Notwendigkeit, dass unsere Welt herkomme aus Welten, die Nebelwelten waren, die sich zusammenballten zu den vier Naturreichen, dem Mineralreich, dem Pflanzenreich, dem Tierreich bis zum Menschen. Aber im Menschen entsteht jetzt etwas im tiefsten Innern, dem er den größten Wert beilegen muss: seine moralische, seine religiöse Welt. Die steht vor seiner Seele, die macht ihn eigentlich erst zum Menschen. Aber er muss sich sagen, wenn er ehrlich ist gegenüber der rein naturwissenschaftlichen Weltanschauung: Diese Erde, auf der du stehst wie ein Einsiedler des Weltalls mit deinen moralischen Idealen, sie wird zerfallen, wird zurückfallen in die Sonne, wird eine Schlacke werden. Ein großer Kirchhof wird da sein, die Ideale werden begraben sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die anthroposophische Geisteswissenschaft und die grossen Zivilisationsfragen der Gegenwart","site_heading":null,"date":"1921-02-23","location":null,"word_count":241,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80c/1921-02-23/p046","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80c/1921-02-23/p046"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80c/1921-02-23/p046","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 304/1921-02-23","ga":"304","lecture":"1921-02-23","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}