4. Die anthroposophische Geisteswissenschaft und die grossen Zivilisationsfragen der Gegenwart

GA 80c/1921-02-23/p059 ·1921-02-23 · original (original)
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Meine sehr verehrten Anwesenden, wir haben Menschen gefunden, die Verständnis hatten für dasjenige, was in der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach gerade nach der charakterisierten Art für die Menschheitsentwicklung geleistet werden soll, und wie notwendig es ist gegenüber den großen zivilisatorischen Fragen der Gegenwart, dass das geleistet werden könne. Die schwierigen Verhältnisse haben den Bau sehr verlangsamt. Wir sind heute noch nicht fertig, und die Fertigstellung wird wesentlich davon abhängen, dass uns zu Hilfe kommen auch weiterhin Menschen, die Herz und Sinn haben für allen menschlichen, heute notwendigen Fortschritt. Im unfertigen Zustande versammelten wir bei der Eröffnung unserer Kurse mehr als tausend Menschen. Diejenigen, die hinkommen nach diesem Dornach — es wird sich das auch zeigen bei dem nächsten Vortrag —, die sehen, dass zu gleicher Zeit diese Geisteswissenschaft herausarbeiten will aus dem vollen Menschentum: dass sie will nicht nur zum Kopf des Menschen sprechen, dass sie nicht nur dasjenige gewinnen will, was durch Experimentieren, durch Beobachtung dargeboten werden kann, sondern dass sie zu gleicher Zeit nach wahrhaft künstlerischem Ausdruck strebt, ohne dass sie in stroherne Symbolik oder abstrakt pedantische Allegorien verfällt. Daher konnte nicht ein beliebiger Baustil in Dornach angewandt werden — das wird der Lichtbildervortrag zeigen —, sondern der Baustil musste auch aus denjenigen Quellen geschöpft werden, aus denen diese Geisteswissenschaft selber erfließt. Sie ist nicht in so einseitiger Weise Wissenschaft wie die heutigen, sich ans Experiment und an die Beobachtungen haltenden Wissenschaften, sondern sie will aus dem vollen Menschen heraus schöpfen. Sie will, trotzdem sie so exakt ist, wie nur irgendeine Wissenschaft sein kann, doch zum vollen, ganzen Menschen sprechen.

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