6. Philosophie und Anthroposophie
So erscheint einem das Verhältnis von diesem Gesichtspunkte, den ich eben methodologisch erörtert habe, von Naturnotwendigkeit, von alledem, was uns als Naturnotwendigkeit umgibt, zu demjenigen, was uns als ethische Impulse aufgeht. Naturnotwendigkeit wird einen Prozess durchmachen, der nicht bloß als Naturnotwendigkeit zu begreifen ist, wie etwa Clausius seine Entropie des Weltenalls begreifen will, sondern es gibt einen Prozess der Abtötung desjenigen, was uns heute physisch erscheint, und wie der Keim lebt in diesem Physischen [desjenigen], was ethische Impulse sind zur physischen Welt einer fernen Zukunft. Und wir kommen dazu, einzusehen: Unsere physische Welt ist die realisierte ethische Welt einer fernen Vergangenheit, und unsere ethischen Impulse der Gegenwart sind die Keime einer physischen Welt der Zukunft. Das ethische Problem, anthroposophisch gefasst, gliedert sich ein in das kosmologische Problem. Der Mensch wird wiederum durch diese anthroposophische Auffassung in den ganzen Kosmos eingegliedert.
Cite:
GA 80c/1921-03-01/p044 · edition original