8. Die Erkenntnis des geistigen Wesens der Welt
Diese Erkenntnisse sind auf dem Wege, auf dem heute anerkannt wissenschaftlich gesucht wird, nicht zu erlangen. Denn diese wissenschaftliche Untersuchungsmethode, die es in den letzten Jahrhunderten zu so großen Triumphen gebracht hat, zu Triumphen, die voll anerkannt werden von demjenigen Gesichtspunkt, der hier geltend gemacht wird, diese naturwissenschaftliche Weltanschauung baut ihre Erkenntnisse ja auf auf Beobachtung und Experimentieren, das heißt auf dasjenige zunächst, was der Mensch über die Welt durch seine Sinne erfahren kann. Allerdings, man versucht ja — und muss das tun — dasjenige, was die Sinne über die Welt offenbaren, gedanklich zu durchdringen. Man kommt dadurch zu Naturgesetzen, das heißt, in einem gewissen Sinne zu geistigen Inhalten, denn die Naturgesetze, die man in Gedanken feststellt, sind ja durchaus ein geistiger Inhalt. Allein die Gedanken, die man auf diese Weise über Beobachtung und Experiment hinaus gewinnt, haben keinen selbstständigen Inhalt, sondern sie liefern nur Bilder desjenigen, was die Sinne, entweder die unbewaffneten oder die bewaffneten Sinne, aus der Außenwelt erfahren. Das heißt, das Seelisch-Geistige im Menschen verbreitet sich über dasjenige, was auf dem Wege der Sinneswahrnehmung - oder auch der methodisch ausgebildeten Sinneswahrnehmung — für den Menschen zu erleben, zu erfahren ist.
Cite:
GA 80c/1922-11-03/p004 · edition original