8. Die Erkenntnis des Geistigen Wesens der Welt

GA 80c/1922-11-03/p006 ·1922-11-03 · original (original)
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Der Mensch kann nicht stehen bleiben bei diesem bloßen Miterleben der sinnlich-physischen Welt, denn innerhalb dieser physisch-sinnlichen Welt hat vor allen Dingen keinen Platz dasjenige, was als ein unauslöschlicher Impuls in der menschlichen Seele lebt, hat vor allen Dingen keinen Platz das religiös-moralische innerliche Erleben. Und die neuere naturwissenschaftliche Weltanschauung gelangt ja gerade dadurch zu ihrer Vollkommenheit, dass sie die Dinge und Vorgänge der Welt so betrachtet, dass sie nichts vom Menschen als Moralisches oder Religiöses in die Weltbetrachtung, in die Weltgesetzlichkeit hineinmischt So steht der Mensch vor einer Welt, der er Realität, Dasein zuschreibt, die aber gerade das Wertvollste nicht enthält, wie ich schon neulich sagte, durch das sich der Mensch eigentlich seine Würde, seinen wahren Wert in dieser Welt zuschreibt: das moralische, das religiöse Wesen. Deshalb hat man zu allen Zeiten versucht, über die bloße Sinneserfahrung, über das bloße Erleben im Physischen hinaufzudringen zu einer Erkenntnis des geistigen Wesens der Welt.

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Cite: GA 80c/1922-11-03/p006 · edition original