8. Die Erkenntnis des Geistigen Wesens der Welt
Wer das einmal gefühlt hat, wer das einmal erlebt hat, meine sehr verehrten Anwesenden, der weiß durch dieses Erlebnis, dass es ein Geistiges gibt, ein rein Geistiges, ein leibfreies Geistiges gibt. Und in diesem leibfreien Geistigen, gerade in der Kraft jenes Denkens, das uns das Galilei’sche, das kopernikanische, das Goethe’sche, das darwinistische Zeitalter heraufgebracht hat, gerade durch jenes Denken, durch das wir die Natur auf ganz natürliche Weise begreifen, gewinnen wir eine innerliche Kraft, die uns modernen Menschen es möglich macht, nicht in der alten Weise einen Guru aufzusuchen und dennoch einzudringen in das geistige Wesen der Welt, der wir angehören. Denn dasjenige, was in einer äußerlichen Weise als das tiefste Vertrauen, das ich geschildert habe, von dem Chela —- von dem Schüler - zu dem Guru ausging, das wird uns ersetzt als moderne Menschen durch das, was wir gerade erleben, wenn wir erst den Blick in ganz exakter Weise, mit mathematischer Exaktheit, wie ich das letzte Mal erwähnt habe, über die Natur schweifen lassen und dann in uns selbst zurückschauen und uns ernsthaftig, mit echter Verinnerlichung fragen: Was hast du da eigentlich getan? Was ist in dir?
Cite:
GA 80c/1922-11-03/p025 · edition original