8. Die Erkenntnis des Geistigen Wesens der Welt

GA 80c/1922-11-03/p026 ·1922-11-03 · original (original)
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Dasjenige, was da in einem selber gewaltet hat, während man, ausschließend jede Willkür, jede Subjektivität, über die Natur nachgedacht hat, dasjenige, was da in dem eigenen Seelischen gewoben hat, während man ganz aufgegangen ist in der Naturbeobachtung, in der objektiven Beobachtung, von der man jedes Subjektive ausgeschlossen hat, das gibt nun von innen heraus jenes große Vertrauen, das der alte Schüler zu seinem Guru hatte. Man erlangt, ich möchte sagen einfach als Mensch dastehend in der Welt gerade aus der naturwissenschaftlichen Gesinnung heraus jenes große Vertrauen, jenes große Vertrauen, das einem sagt: Hast du ein Denken entwickelt, ohne dass irgendetwas aus deiner Phantasie, aus deiner Willkür darinnen spielt, das du gläubig annimmst, um dein Denken zu begreifen, hast du ein solches Denken entwickelt, dann kannst du dieses Denken auch sicher entfalten. Und man entfaltet es weiter auf diese Art, wie ich es letzten Dienstag beschrieben habe, durch Meditation; das heißt, dasjenige Denken, das der moderne Mensch gelten lässt gegenüber der naturwissenschaftlichen Weltbetrachtung, das durchdringt man, indem man sich zu seiner Kraft aufgeschwungen hat, mit demjenigen, was Sie geschildert finden in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten?», «Geheimwissenschaft» und anderen. Sie finden geschildert zum Beispiel das Denken als Meditation innerhalb des Denkens. Ich habe es das letzte Mal schon angedeutet prinzipiell, worinnen das besteht. Während man sonst mit seinen Gedanken an den Dingen und Vorgängen dahinhuscht, gewissermaßen passiv hinhuscht, und die Gedanken so laufen lässt, wie es die äußeren Eindrücke wollen, höchstens sich dann besinnt, was die äußeren Eindrücke einem gegeben haben, hält man sozusagen im Meditieren dieses Denken an. Man sieht ab, man könnte auch sagen, man abstrahiert von allen äußeren Eindrücken. Man hat an den äußeren Eindrücken denken gelernt. Man hat gelernt, die Kraft zu entwickeln, die im Denken liegt. Man hält jetzt keine äußeren Sinneseindrücke fest, sondern nur die innere Kraft des Gedankens, gießt in diese innere Kraft des Gedankens Vorstellungen, die leicht überschaulich sind, hinein, ruht auf diesen Vorstellungen. Aber ich habe schon das letzte Mal gesagt, eines ist dazu notwendig. Notwendig ist, dass die Meditation verläuft in Liebe zu den Vorstellungen, die man auf diese Weise innerlich im Bewusstsein gegenwärtig sein lässt. Zu dieser Liebe muss man es allerdings bringen, denn die geisteswissenschaftliche Methode ist eine solche, die auch heute noch den ganzen Menschen in Anspruch nehmen kann und die vor allen Dingen durchdrungen sein muss von demjenigen, was man zur äußerlichen Naturwissenschaft nicht braucht, oder höchstens zu ihrem Betriebe braucht, aber nicht braucht, um etwas in ihr selbst zu finden, um ihre Methoden zu handhaben.

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Cite: GA 80c/1922-11-03/p026 · edition original