8. Die Erkenntnis des Geistigen Wesens der Welt
Zunächst hat man nur Bilder. Bilder sind da. Und derjenige wäre ein Narr, der sich vorstellt, dass die erste Form, die er erhält, etwas anderes wäre als Bilder — Bilder allerdings einer geistigen Welt, aber Bilder. Hat man diese Bilder fortgeschafft, ist das leere Bewusstsein eingetreten, dann fühlt man sich in einer geistigen Welt. Aber ebenso wenig, wie man in der gewöhnlichen Welt die Lunge, den Magen, das Herz sieht, ebenso wenig sieht man dasjenige, was man jetzt als den Geist der Welt wie sein eigenes Inneres im kosmischen Bewusstsein erlebt. Man sieht es noch nicht. Man weiß, man hat es in sich, es ist in einem, aber man sieht es noch nicht. Und während man sonst an die Dinge im physischen Erkennen herankommen will, tritt jetzt das Gegenteil ein, und man will die Dinge losbekommen, man will sich von ihnen trennen und man will sie wieder zu Bildern machen. Man hat gelernt das Entstehen-Lassen von Bildern, die rein innerliches Gedankenweben, aber mit der Bildlebendigkeit, haben. In [ein] solches Bildertableau will man das hereinbringen, was man innerlich erlebt. Man will das, was man zunächst im [kosmischen Bewusstsein] hat, als Bildertableau in sich erfassen. Man will die Dinge hinausstellen. Während man im physischen Erkennen sie hereinführte im Erkennen, will man jetzt dasjenige, was man in sich trägt, hinausschaffen, sodass man den Kosmos um sich hat in Imaginationen, in Bildern.
Cite:
GA 80c/1922-11-03/p040 · edition original