8. Die Erkenntnis des Geistigen Wesens der Welt

GA 80c/1922-11-03/p053 ·1922-11-03 · original (original)
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Wir lernen die Realität, die real werdende Kraft des Moralischen kennen. Wir lernen erkennen, ebenso wie der Botaniker in dem Keim der heutigen Pflanze die Pflanze des nächsten Jahres, so lernen wir erkennen dadurch, dass wir unser Geistig-Seelisches in seiner Verbindung mit unserer moralischen Qualität kennenlernen, das in der jetzigen Welt liegende Keimhafte für die zukünftigen Welten. Das heißt, wir bereiten durch unser moralisches und religiöses Leben Zukunftswelten vor, wenn die jetzigen verschwunden sein werden. Dadurch lagert sich auf unsere Seele ein Verantwortlichkeitsgefühl denkbar größter Art, denn wir wissen: Was wir moralisch ausbilden, was wir moralisch betätigen, das scheint heute noch bloß einem abstrakten Menschenurteil zu unterliegen; in Wirklichkeit ist es der Keim von Zukunftswelten.

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