Anthroposophie und Philosophie
So sehen wir also, wie in dreifacher Art das philosophische Weltbild sich entfaltet hat. Und indem wir verfolgen, wie diese dreifache Art eines philosophischen Weltbildes aus den Charakteren und Anlagen der Menschheit des Westens, der Mitte und des Ostens hervorgeht, können wir sehen, daß es uns heute obliegen muß — da doch Wissenschaft als etwas Einheitliches sich über die ganze Menschheit ausbreiten muß —, etwas zu finden, was sich erheben kann über diese verschiedenen philosophischen Aspekte, die im Grunde genommen doch noch aus denjenigen Elementen hervorgehen, wo die Philosophie noch eine menschlich-persönliche Angelegenheit war. Wir sehen heute: Auf verschiedene Art lieben der Westen, die Mitte von Europa und der Osten die Weisheit. Wir begreifen, daß in älteren Zeiten die Philosophie noch da sein konnte als eine innere Seelenverfassung. Jetzt aber, in der neueren Zeit, wo sich die Menschen so stark differenziert haben, kommt diese Art, die Weisheit zu lieben, in mannigfaltigen Weisen zum Ausdruck. Und vielleicht können wir gerade daran erkennen, was wir selber zu tun haben, insbesondere, was wir in der Mitte zu tun haben, wo ja das Problem am tragischsten und intensivsten aufgeworfen ist, wenn dies auch heute noch nicht in der gleichen Art vor allen philosophischen Gemütern steht.