Anthroposophie und Philosophie

GA 81/1922-03-07/p024 ·1922-03-07 · original (original)
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Wenn wir den Blick in die Außenwelt lenken und uns bloß der Wahrnehmung des Gegebenen zuwenden, so haben wir darin keine volle Wirklichkeit. Wir werden als Menschen hineingeboren in die Welt, sind so konstituiert, wie wir es schon einmal sind, nehmen einen Teil der Wirklichkeit für unsere Anschauung in unser eigenes Innere herein, schauen dann die Außenwelt, das Sinnlich-Gegebene an — und es fehlt uns in unserer Anschauung derjenige Teil der Wirklichkeit, der in uns lebt, den wir nur durch menschliches Ringen verbinden können mit der andern halben Wirklichkeit, die uns von außen entgegenschaut. Blicken wir nach dem Westen, so sehen wir dort die halbe Wirklichkeit mit besonderer Hingebung erforscht; aber sie liefert nur eine Summe von Fragen, weil sie halbe Wirklichkeit ist. So tritt uns auf der einen Seite die eine Hälfte der Wirklichkeit, das Gegebene entgegen; schaut man es richtig an, so wird es zur Frage. In Mitteleuropa empfand man das Fragenhafte, das die westliche Denkweise geben kann, und man versuchte durchzustoßen bis zum Gedanken. Das ist die Hegelsche Philosophie.

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