{"corpus":"steiner","locus":"GA 82/1922-04-08/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dann darf wohl gesagt werden, die Anthroposophie weiß, was ihre Stellung in der heutigen Wissenschaft ist. Sie weiß es in einem absoluten Sinne, indem sie die Eigentümlichkeit der heutigen Wissenschaften kennt, indem sie jeden Dilettantismus und jedes Laientum ablehnt und von dem aus, was wahre Wissenschaft ist, weiterbaut. Sie kennt andererseits die historischen Notwendigkeiten. Sie weiß, wie der Weg der Menschheit von dem gegenwärtig Errungenen aus weitergehen muß, wenn wir nicht stillestehen wollen, wie auch alle unsere Vorfahren, da, wo sie Anteil hatten an der Zivilisationsentwickelung, vorwärts wollten. Wir müssen auch vorwärtsrücken. Aber wir müssen wissen, welche Schritte zu vollführen sind von dem gegenwärtigen Standpunkte des Wissenschaftsgeistes aus. Wie das sich im Einzelnen ausnimmt, werde ich zu schildern haben in den nächsten Tagen. Dann wird sich vielleicht leichter faßlich ausnehmen, was ich als Grundlegung heute geben mußte. Vielleicht hat sich aber doch zeigen können, das Anthroposophie schon aus wissenschaftlicher, wissenschaftsgleicher Gesinnung heraus weiß, was sie eigentlich will gegenüber der Gegenwart und der ganzen Menschheitsentwickelung und auch gegenüber den einzelnen Wissenschaften. Sie wird arbeiten, weil sie weiß, wie sie zu arbeiten hat. Vielleicht wird ihr Weg ein langwieriger sein. Wenn man aber auf der anderen Seite sieht, wie tief die Sehnsuchten in den unterbewußten Tiefen der Menschenseelen eigentlich nach jenen Höhen sind, die Anthroposophie erklimmen möchte, dann scheint es, als ob es zum Heile der Menschheit notwendig wäre, daß der Weg, den Anthroposophie zu gehen hat, nicht ein allzu langsamer sei. Aber es wird vielleicht weniger für Anthroposophie bedeutungsvoll sein als für den menschlichen Fortschritt, ob der Gang langsam oder schnell vor sich gehen wird. Wir reden davon, daß auf vielen Gebieten wir heute in einer schnell-lebigen Zeit darinnen sind. Möge dasjenige, was in der Erkenntnis des Übersinnlichen von der Menschheit erreicht werden will, so schnell-lebig erreicht werden, wie es für das Heil der Menschheit notwendig ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag. Die Stellung der Anthroposophie in den Wissenschaften","site_heading":null,"date":"1922-04-08","location":null,"word_count":306,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/82/1922-04-08/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/82/1922-04-08/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/82/1922-04-08/p023"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}