6. Anthroposophie und Agnostizismus
Wir können durchaus mit denjenigen Erkenntnismitteln, von denen ich gesprochen habe, den menschlichen Organismus in einer viel eingehenderen Weise studieren, als wir das ohne diese Erkenntnismittel können. Fragen Sie sich doch selbst, was der Mensch gewöhnlich, wenn er wenig nachdenkt — natürlich, bei einigem Nachdenken ergibt sich das andere sogleich -, von seinem physischen Leibe für eine Vorstellung hat. Er hat die Vorstellung, daß der physische Leib durch die Haut begrenzt ist, und im Innern eigentlich eine abgeschlossene Masse ist, die man mehr oder weniger fest oder halbtest denkt. Aber man muß berücksichtigen, daß ja kaum zehn Prozent des menschlichen Leibes wirklich fest sind, daß wir zum größten Teil eine Flüssigkeitssäule sind, daß wir Luftartiges fortwährend in uns tragen, daß wir durch das Luftartige fortwährend ungeschieden sind von der Außenwelt, mit der Außenwelt zusammengeschlossen. Die Luft, die eben noch draußen war, ist dann in mir drinnen; diejenige Luft, die ich eingeatmet habe, die verarbeitet worden ist im Leibe, ist dann draußen. So daß der Mensch, wenn er vollständig seinem physischen Leibe nach aufgefaßt werden soll, angesehen werden muß als feste, flüssige, luftförmige Substanz. Und das alles ist durchzogen vom Wärmeelement, das arbeitet in diesen verschiedenen Substanzen.