6. Anthroposophie und Agnostizismus

GA 82/1922-04-12/p008 ·1922-04-12 · original (original)
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Da sieht man hinein in intimer Weise in das Walten und Weben des Seelischen im Leibe, abgestuft nach den Aggregatzuständen des menschlichen physischen Leibes. Es wird eben dieser physische Leib allmählich durchsichtig. Man sieht das Weben und Walten des Seelischen darinnen. Man sieht dasjenige, von dem ich sagen mußte, daß es für das gewöhnliche Bewußtsein eigentlich dunkel bleibt. Ich sagte das gestern so: Wenn wir den einfachsten Willensimpuls haben, haben wir zunächst die Vorstellung, daß etwas ausgeführt werden. sollte, zum Beispiel der Arm gehoben werden sollte. Da schießt dann diese Zielvorstellung in unseren Organismus, um Wille zu werden. Das entzieht sich ja dem gewöhnlichen Bewußtsein so wie die Schlafzustände. In bezug auf den Willen schläft das gewöhnliche Bewußtsein auch im Wachzustande des Menschen. Aber dann sieht man wiederum den Effekt, und den wiederum als Vorstellung. Dann aber, wenn man mit den hier charakterisierten Erkenntnismitteln die Sache studiert, so sieht man, wenn der Gedanke zu einem Willensimpuls in uns rege wird, daß dieser Gedanke sich ja zunächst auch in dem luftförmigen Element des menschlichen physischen Leibes auswirkt. Dann überträgt er sich wiederum auf das feste und das flüssige Element, und es geschieht durch den Willensimpuls, daß Materie gewissermaßen verbrannt wird. In dem flüssigen Teil des menschlichen physischen Organismus wird Materie in dem Sinne, wie ich es gestern geschildert habe, in das Nichts zurückgeführt. Dadurch aber, daß das sich vollzieht, daß Stoff in das Nichts zurückgeführt wird, entstehen gewissermaßen Leerräume in unserem physischen Leibe. Diese Leerräume rufen eine ganz andere Dynamik hervor. In sie leben wir uns ein. So daß wir dann, wenn wir mit diesen Erkenntnismitteln durchschauen etwas, was zu einer Willenstat wird, zuerst den Gedanken wahrnehmen, dann wahrnehmen, wie der Gedanke hineinschießt in den Leib, wie er dort Materie vernichtet, wie wir miterleben die Umlagerung des Materiellen. Dadurch entsteht ja die andere Gleichgewichtslage, daß Materie in das Nichts zurückgeführt wird. Dieses Miterleben einer anderen Gleichgewichtslage, das führt dazu, daß wirklich auch der physische Leib in seinen Bewegungen folgt diesem Hervorrufen einer anderen Gleichgewichtslage, daß es zur Handlung dann kommt, zu derjenigen Handlung, die sich zunächst unmittelbar an den physischen Leib des Menschen bindet. Auf diese Weise wird tatsächlich seelisch auch das Wollen des Menschen durchsichtig, durchsichtig bis in die Einzelheiten hinein.

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