6. Anthroposophie und Agnostizismus
Im Grunde genommen ist das etwas, wohin durchaus der Phänomenalismus tendiert. Wenn man ihn in seiner Reinheit bei Goethe studiert, wo er in ganz wunderbarer Weise mit seiner vollen Berechtigung auftritt, so erkennt man, er mußte eben entstehen, er muß da sein. Denn nur dadurch kann der Mensch voll sich aufklären über dasjenige, was eigentlich in seiner Umgebung ist, daß er zum reinen Phänomenalismus kommt. Aber dann ist alles dasjenige, was über das Phänomen hinausgeht, zunächst etwas, womit der Mensch nicht zurechtkommt. Weiß man nichts von Erkenntnismethoden, die in die übersinnlichen Welten aufsteigen, die also von den Phänomenen als Tatsachen zu anderen, aber jetzt übersinnlichen Tatsachen aufsteigen, so muß man, indem man zum Phänomenalismus tendiert, sich zuletzt sagen: Es sind überhaupt nur Phänomene gegeben. Wenn ich sie mit dem Denken bearbeite, erfahre ich ja nichts, was hinter ihnen weiter lebt, als die Phänomene selber. Denn die Urphänomene sind zuletzt ja auch nur Phänomene. So daß ich eigentlich nichts herausbekommae als praktische Grundsätze, die Phänomene zu brauchen, zu verwenden im Dienste der Menschen.