6. Anthroposophie und Agnostizismus
Das, was man da vollbringt mit der äußeren phänomenalen Welt, das führt zu keiner Erkenntnis im alten Sinne. Diejenigen, die zum Beispiel den religiösen Inhalt mit dem Gottesimpuls aus alten Traditionen noch haben, wie Spencer zum Beispiel, und dann auf das sehen, was man heute Erkennen nennt, was aber nicht mehr Erkennen, Gnosis ist, die bekennen sich dazu, daß sie sagen: Man kommt eigentlich nicht zu dem Urgrund in diesem phänomenalen Dasein. — Agnostizismus! Und im Grunde genommen hat dieser Agnostizismus schon zwei Seiten. Auf der einen Seite nimmt er uns alles dasjenige, was uns als ganze Menschen kraftvoll macht, wenn wir im Erkennen eine Aktivität haben. Auf der anderen Seite aber müssen wir diese Phase menschlicher Entwickelung durchmachen, den Phänomenen rein passiv hingegeben zu sein. Es gehört zu der Gesamtentwickelung des menschlichen Geschlechts, diesen Phänomenalismus im Goetheschen Sinne auszubilden, weil er uns eine Wahrheitsstufe überliefert, die für die menschliche Gesamtentwickelung notwendig ist.