6. Anthroposophie und Agnostizismus

GA 82/1922-04-12/p027 ·1922-04-12 · original (original)
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Denn was folgt daraus, daß wir zu den Phänomenen kommen und damit, wenn wir nichts anderes kennen als die äußeren Phänomene, in den Agnostizismus hineingerissen werden? Es folgt daraus, daß, wenn wir Menschen bleiben wollen, wir nach der geistigen Welt auf eine andere Weise als durch Interpretation der äußeren Sinneswelt hinmüssen. Und für denjenigen Teil der äußeren Welt, der der Sinneswelt zugrunde liegt, muß man sagen: Wir finden ihn nicht innerhalb der Sinneswelt. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich bekannt mit einer Anzahl von sogenannten Teleologen. Die Leute kamen und sagten, die mechanistische Weltanschauung, der reine Phänomenalismus für die äußere Welt, genügten nicht. Einer von diesen Leuten hat sogar ein Buch geschrieben, das von vielen bewundert worden ist, über «Empirische Teleologie». Er versucht nachzuweisen, daß man mit der bloßen Kausalität nicht auskommt, daß man eine gewisse Zielsetzung auch in den Naturerscheinungen rein empirisch feststellen könne. Man fühlte sich über den bloßen Mechanismus, der seine gewisse Berechtigung hat in der äußeren Naturwissenschaft, sehr erhaben, indem man auf diese Weise wiederum eine Art Teleologie einführte.

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